202-11020B Besuch in der Gedenkstätte Ahlem - Dauerausstellung und Außengelände

Beginn So., 27.09.2020, 14:00 - 17:00 Uhr
Kursgebühr 0,00 €
Dauer 1 Termin
Kursleitung Thomas Lippert

1893 gründete der jüdische Bankier Moritz Simon in Ahlem eine Ausbildungsstätte für jüdische Kinder und Jugendliche. Den Ausbildungsschwerpunkt bildete der Gartenbau. Moritz Simon beabsichtigte, jüdischen Kindern und Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen, die den Juden über Jahrhunderte hinweg auf Grund diskriminierender Gesetzgebung verboten war. Seiner Auffassung nach sollten Juden in anerkannten Berufen tätig sein, um antisemitischen Vorurteilen entgegenzuwirken. Er wollte zeigen, dass Juden, wie alle anderen auch, körperlich anstrengende und schmutzige Arbeit verrichteten, wenn sie es denn dürften!
Nach 1933 förderte die Israelitische Gartenbauschule mit Billigung der Nationalsozialisten die Auswanderung der deutschen Juden bis zum Verbot der Auswanderung im Oktober 1941. Nach diesem Verbot hatte die Gartenbauschule keinen Nutzen mehr für die Nazis, sodass sie im Juni 1942 geschlossen wurde. Aus dem Projekt des Aufbruchs und der Emanzipation wurde ein Ort der Verfolgung.
Die Gartenbauschule in Ahlem war - viele Hannoveranerlnnen wissen das nicht - der zentrale Ausgangspunkt für die Deportation der Juden aus dem Zuständigkeitsbereich der Gestapo Hannover. Sieben der insgesamt acht Deportationen, die in Hannover stattgefunden haben, hatten hier ihren Ausgangspunkt. Vom Gelände der Schule wurden 2.173 Juden deportiert, von denen nur 144 überlebten. Im Oktober 1943 wurde die Gestapo-Zentrale in Hannovers Innenstadt ausgebombt. Daraufhin zogen einige Abteilungen der Gestapo in das Direktorenhaus der Gartenbauschule. Die Gestapo nutzte einige Gebäude, um Zwangsarbeiter und politisch unerwünschte Personen zu inhaftieren und zu foltern. Unmittelbar vor Kriegsende eskalierte die Situation in Ahlem, als die Gestapo im März 1945 mindestens 59 Personen in der ehemaligen Laubhütte der Gartenbauschule hinrichtete und das Gebäude im April samt beweisträchtiger Akten vor den
anrückenden Alliierten niederbrannte. Zuvor ermordete die Gestapo 154 Zwangsarbeiter auf dem Seelhorster Friedhof. Der Ort der früheren Gartenbauschule ist für immer mit mehr als 2.800 bekannten Todesopfern verbunden..
Das Abschlussgespräch findet im Cafe Jerusalem statt, das sich auf dem Gelände der früheren Gartenbauschule befindet. Hier können Sie gemeinsam bei Kaffee und Kuchen (auf eigene Kosten) den Besuch reflektieren.
Eine gemeinsame Veranstaltung der VHS Ostkreis, VHS Langenhagen und der VHS Calenberger Land in Kooperation mit der Gedenkstätte in Ahlem.



Warenkorb
Kurs ist ausgebucht - auf Warteliste anmelden

Zu diesem Kurs sind keine Orte verfügbar.

Termine

Datum
27.09.2020
Uhrzeit
14:00 - 17:00 Uhr
Ort
Hannover, Gedenkstelle Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover